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[Blog] Was bedeutet Offenblende für mich
#1
Das Thema Offenblende ist bei Fotografen immer ein wichtiger Punkt. Je größer die Öffnung der Blende, desto mehr Licht fällt auf den Sensor. Je größer die Öffnung der Blende, desto mehr Freistellung (Bokeh) ist möglich.

Diese beiden Punkte sind aber nicht die einzigen die es zu beachten gilt. An der Öffnungsmöglichkeit der Blende hängt auch durchaus der Preis. Je größer die Öffnung der Blende, desto höher der Anschaffungspreis. Naja, meistens.

Was bedeutet das nun für mich, der das Fotografieren erst noch erlernen muss?

Die Antwort darauf könnte sein, dass ich mir, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen, nur Objektive besorge, die eine Blende von 2,8 oder größer haben. Aber hier würde mein Geldbeutel streiken. Das geht also nicht. Es müssen kleinere Brötchen gebacken werden, die dann zu Kompromissen führen werden.

Dazu ein Beispiel wie ich mir das denke.

Ich benutze in letzter Zeit sehr oft das Teleobjektiv, weil ich oftmals Motive fotografieren möchte, die weit entfernt sind. Das Objektiv hat folgende Daten:
  • Brennweite 45-150 mm (90-300 mm KB-äquivalent)
  • F/4,0-5,6

Diese Angabe bedeutet, dass das Objektiv die Blende 4,0 als Eröffnungblende hat, wenn das Objektiv eingefahren ist. Wird das Objektiv ausgefahren, verändert sich der Wert für die Eröffnungsblende auf Blende 5,6. Dieser Wert ist der doppelte Wert der Blende 2,8 und somit fällt 2 Mal weniger Licht auf den Sensor wie z.B. bei meinem Makroobjetiv. Das bedeutet, dass nur bei sehr guten Lichtverhältnissen ein wirklich gutes Foto entstehen kann (ISO-Wert mal nicht beachtet). Dieses Objektiv ist nur bedingt bei Dämmerung und/oder für Nachtaufnahmen einsetzbar. Ein Verlust an Bildqualität ist hinzunehmen.

Auf meinen Winterradtouren habe ich oftmals Reiher und Greifvögel fotografieren wollen, die auf Feldern in einiger Entfernung auf Beute warteten. Nicht ein einziges gutes Foto ist mir gelungen. Das Licht war meist nicht gut, sehr bewölkt und diesig. Mit dem Wissen, dass eine maximale Offenblende von 4,0 möglich ist, ich aber immer mit voller Brennweite von 150 mmm, demnach eine Offenblende von maximal 5,6 hatte, konnten die Ergebnisse nicht besser werden. Somit liegt es also nicht nur an mir, sondern eben auch an der Technik, für die ich mich enschieden habe.

In meinem letzen Artikel Aufrüstung für mehr Brennweite habe ich angekündigt, mir ein Teleobjektiv mit mehr Brennweite zu kaufen (100-300 mm –> 200-600 mm KB-äquivalent). Die Werte für die Offenblende sind bei diesem Objektiv genauso wie bei meinem jeztigen (f/4,0-5,6). Einzig ein Teleobjektiv von Olympus konnte mit einer Offenblende von 3,5 aufwarten. Jedoch war der Wert für die volle Brennweite dann bei 6,3 und der Preis um 130,00 Euro höher. Insofern habe ich vielleicht die richtige Entscheidung getroffen, denn die Grundlage war mehr Reichweite zu haben.

Eine Offenblende von 2,8 habe ich nur am Makroobjektiv mit der festen Brennweite von 30 mm (60 mm KB-äquivalent).

Das Standard-Kit-Objektiv 12-32 mm (24-64 mm KB-äquivalent) hat eine Offenblende von f/3,5-5,6, also auch nicht der Brüller, wenn es auf Lichtmenge ankommen sollte.

Für die kommenden Phasen meines Lernens muss ich also immer berücksichtigen, dass meine Objektive nicht wirklich lichtempfindlich sind. Natürlich würde ich gerne mal Nachtaufnahmen, also Langzeitbelichtungen, machen. Das wird wohl eher mit dem Standard-Kit zu bewerkstelligen sein. Das muss ich aber auch erst mal testen. Ich habe keinerlei Erfahrung damit.

Die einzige Erfahrung ist die mit der Tierfofografie mit Bezug auf Teleobjektive. Die letzten Bilder mit voller Brennweite auf Vögel hat mir gezeigt, dass ich gute und teils auch detailreiche Bilder machen kann. Wichtig ist ausreichend viel Licht und, das ist nicht zu verachten, mit einem Stativ wären die Bilder wohl noch besser geworden. Aus der Hand heraus mit voller Brennweite zu arbeiten ist nicht einfach und nicht optimal. Auch hier ist neben der ruhigen Hand auch die Erfahrung im Umgang mit der Kamera wichtig.

Würde ich irgendwann bald die Erfahrung machen, dass ich ein Objektiv mit einer größeren Offenblende benötige, müsste ich wohl tiefer in die Tasche greifen ode wieder Kompromisse machen. Offenblenden von über 2.0 sind echt teuer in der Anschaffung, wenn sie im PRO-Bereich angesiedelt sind. Dafür müsste ich erst einen echten immer wiederkehrenden Verwendungszweck haben, den ich mir aber derzeit noch nicht vorstellen kann. Ich wandel zu sehr zwischen den verschiedenen Fotografiewelten hin und her. Die Makrofotografie mag ich besonders, aber auch die Natur-/Tierfotografie begeistert mich immer mehr. Auch wenn mir meine Augen dabei immer wieder einen Strich durch die Rechnung machen. People-Fotografie habe ich immer noch nicht ins Auge gefasst, weil mir dafür die Motivation und die Verwendung der entstandenen Bilder fehlt. Ausprobieren ja, aber dann wohl eher nur in einem Workshop, in dem auch Modells mitwirken.

Bei der Suche nach Objektiven konzentriere ich mich eher auf die Objektive von Panasonic, da ich zwei Lumix G110 habe, und nicht so sehr auf die von Olympus. Man sagt zwar, dass es gut wäre, wenn Kamera- und Objektivhersteller einheitlich wären, aber so müsste ich immer zweigeteilt denken. Das möchte ich eigentlich nicht, denn wenn ich auf die Idee käme, die Olympus doch zu verkaufen, hätte ich einen Gemischtwarenhandel. Mit zwei Lumux G110 könnte ich alle Objektive nach der vorherigen Empfehlung nutzen.

Um den ersten Gedanken nochmals aufzunehmen, ist die Frage, welchen Verwendungszweck ich für eine Offenblende von 1,7 oder 1,4 mit einer Festbrennweite haben könnte. Landschaftsfotografie wäre wohl ein Zweck, vielleicht auch Stadt-/Gebäudefotografie.

Preislich, und damit ist der Kompromiss schon wieder in den Startlöchern, kommen folgende Objektive (Preis sind von Fotokoch) in Frage:


Zitat:Panasonic LEICA DG Summilux 25mm f/1,4 II Asph. Micro Four Thirds (569,00 Euro) - 50 mm KB-äquivalent
Panasonic AF 20mm f/1,7 II Asph. Micro Four Thirds (259,00 Euro) - 40 mm KB-äquivalent
Panasonic AF 42,5mm f/1,7 G Asph. OIS Micro Four Thirds (409,00 Euro UVP (318,95 Euro)) - 85 mm KB-äquivalent
Panasonic Summilux AF 15mm f/1,7 Leica DG Micro Four Thirds schwarz (619,00 Euro UVP (478,99 Euro)) - 30 mm KB-äquivalent
Panasonic AF 14mm f/2,5 II Pancake Micro Four Thirds (249,00 Euro UVP (199,00 Euro)) - 28 mm KB-äquivalent


Was die bessere Wahl wäre, kann ich überhaupt nicht sagen. Ich werde nun auf die Suche nach Testberichten/-videos gehen. Rein Tendenziell würde ich das 15 mm Objektiv nehmen. Das Standard-Kit hat eine Anfangsbrennweite von 12 mm, also könnte ich die Verwendung eines solchen Objektivs daran als Vergleichsbrennweite festmachen. Bis auf die Brennweite von 42,5 mm kann ich alle Brennweiten mit meinem bisherigen Objektiven abdecken und somit ausprobieren, welche Brennweite ich für ein lichtstärkeres Objektiv mit Festbrennweite wohl gebrauchen könnte. Dabei denke ich auch an Dämerungs- und Nachtfotografie (Thema Langzeitbelichtung).

Jopii, am 27.03.2022
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